Der Architekt

Der internationale Stararchitekt Helmut Jahn hat einen richtungsweisenden Gebäudekomplex entworfen, in dessen Zentrum sich das lichtdurchflutete Forum befindet. Der ovale, öffentliche Platz bietet ganzjährig eine natürliche Atmosphäre.

Von hier aus sind der 103 Meter hohe Büroturm, der integrierte historische Kaisersaal und die anderen Gebäude in wenigen Schritten zu erreichen. Der Entwurf von Helmut Jahn besticht durch transparentes Design, umgesetzt durch Glasfassaden, raffinierte Lichtreflexionen und Lichtbrechungen.

Einzigartig ist auch die Verbindung zwischen Historie und Moderne: Teile des ehemaligen Hotels Esplanade sind ein integraler Bestandteil der Konstruktion. Der Kaisersaal wurde 1996 auf Luftkissen 75 Meter weit an seinen heutigen Standort verschoben.

Mit seiner spektakulären Dachkonstruktion ist das Sony Center am Potsdamer Platz zu einem international bekannten Wahrzeichen Berlins geworden.

Architekturwettbewerb

Die Stadt Berlin hatte einen allgemeinen Bebauungsplan für den Potsdamer Platz entwickelt, der auch für die Architektur des Sony Center am Potsdamer Platz bindend war. Der ausgewählte Entwurf wurde verfeinert und in das Gesamtkonzept der Stadtplanung für die Bebauung integriert. Umfangreiche Vorgaben beinhalteten u.a., dass der Potsdamer Platz an historischer Stelle wieder errichtet werden sollte.

Eine besondere Herausforderung stellte die von der Stadt Berlin gewünschte Integration der noch existierenden Teile des Hotels Esplanade dar.

Bestimmend für die Architektur war auch die explizite Vorgabe einer Mischnutzung. Neben Büros, Gastronomie und anderer kommerzieller Nutzung sollte ausserdem ein öffentlicher Raum und Wohnraum entstehen. Der Architekt Helmut Jahn konnte mit seinem Büro Murphy & Jahn Architects den Wettbewerb für sich entscheiden.

Verschiebung Kaisersaal

Translozierung Kaisersaal

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Grandhotel Esplanade auf dem heutigen Gelände des Sony Center fast vollständig zerstört.

Nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 standen die noch erhaltenen Säle des Gebäudes unter Denkmalschutz. Die Verbreiterung der Potsdamer Straße machte es erforderlich, die Prachtsäle des einstigen Luxushotels zu verschieben.

1996 trat der berühmte Kaisersaal eine computergesteuerte Reise an: In einer aufwändigen Translozierung wurde der komplette Saal um 75 Meter verschoben.

Sony Center Dach

Dach Sony Center

Der Bau des Daches begann im Herbst 1998 und die Fertigstellung dauerte mehr als zwei Jahre.

Die Höhe des Daches beträgt maximal 67 Meter über dem Forum und hat eine freie Spannweite von 102 Metern Länge auf der Hauptachse und 77 Metern Länge auf den Nebenachsen. Die durchschnittliche Lichtdurchlässigkeit liegt bei 50%.

Die Textilbahnen bestehen aus selbst-reinigendem, teflon-beschichtetem Stoff. Insgesamt werden mehr als 5.250 qm überspannt. Etwa 520 Tonnen Stahl wurden für den Ringbalken verarbeitet und 100 Tonnen für die Luftstütze. Das beeindruckende Dach besteht aus 105 Tonnen Sicherheitsglas, das 16 mm dick ist und sich über 3.500 qm erstreckt.

Lichtkonzept

Die Dach-Illumination des Sony Center am Potsdamer Platz wurde von dem Pariser Lichtkünstler Yann Kersalé umgesetzt. Seine Idee war es, die spektakuläre Dachkonstruktion aus Stahl, Glas und Stoff zu betonen. Für ihn spiegeln das klare Glas und der lichtdurchlässige Stoff in ungewöhnlicher Weise sowohl das Tageslicht als auch das Mondlicht wider.

In seinem Konzept dient die transparente Struktur des Daches als Projektionsfläche für das sich verändernde Licht. Die Farben wechseln von Cyan bis Magenta, um den Sonnenuntergang darzustellen.

Am Abend beginnt das Licht-Schauspiel mit weißem Licht, das den Tag länger werden lässt. Bei Einbruch der Dunkelheit gehen im Forum die Lichter an und das Dach wechselt ständig seine Farben. Eine Sequenz dieses fließenden Farbenspiels dauert etwa 21 Sekunden und wiederholt sich ohne Unterbrechung bis spät in die Nacht.